Unternehmen sollten Präsenz nicht pauschal festlegen, sondern aus der Arbeit ableiten. Der erste Schritt ist eine ehrliche Analyse: Welche Aufgaben, Entscheidungen und Zusammenarbeitssituationen profitieren tatsächlich davon, dass Menschen gleichzeitig am gleichen Ort sind? Dazu gehören etwa strategische Workshops, kreative Entwicklungsphasen, komplexe Konflikte, Onboarding oder enge Kundenarbeit.
Daraus sollte ein verbindliches Präsenzmodell entstehen. Es muss nicht für alle Rollen gleich aussehen. Vertrieb, Produktentwicklung, Führung und Verwaltung haben unterschiedliche Anforderungen an Zusammenarbeit. Entscheidend ist, dass die Regelung nachvollziehbar ist und nicht allein daran hängt, wer gerade im Unternehmen entscheidet.
Parallel müssen Unternehmen Büropräsenz mit Inhalten füllen. Wenn Mitarbeitende vor Ort sein sollen, brauchen sie verlässliche gemeinsame Formate: feste Teamtage, Entscheidungsmeetings, Austausch mit Führungskräften, gemeinsame Kundenarbeit oder Lernformate. Ein Bürotag ohne Abstimmung, Begegnung und gemeinsame Arbeit erzeugt keine Zusammenarbeit.
Schließlich braucht es eine ehrliche Rückkopplung. Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, ob mehr Präsenz tatsächlich zu besseren Entscheidungen, schnelleren Abläufen und stärkerer Bindung führt. Führung muss dabei erklären, warum die Regelung existiert, welche Ziele sie verfolgt und wie sie im Alltag funktioniert. Vertrauen entsteht nicht durch Anwesenheitskontrolle, sondern durch Klarheit.