Mindestlohnerhöhungen verändern oft die gesamte Vergütungslogik eines Unternehmens. Wenn eine neue Aushilfe künftig 14,60 Euro verdient, während eine langjährige Fachkraft bislang 15,00 Euro erhält, schrumpft der Abstand auf 40 Cent pro Stunde. Rechtlich ist das nicht automatisch problematisch. Für die Wahrnehmung der Beschäftigten kann es dennoch schwierig sein.
Erfahrung, Verantwortung, Qualifikation und Betriebszugehörigkeit sollen sich für Mitarbeitende erkennbar im Einkommen widerspiegeln. Ist das nicht mehr der Fall, können Unzufriedenheit, Vergütungsdiskussionen und im schlimmsten Fall eine höhere Wechselbereitschaft entstehen.
Unternehmen müssen deshalb nicht pauschal sämtliche Löhne anheben. Sie sollten jedoch wissen, wo Gehaltsabstände so gering werden, dass sie kaum noch nachvollziehbar sind. Eine Übersicht nach Tätigkeiten, Qualifikationen und Verantwortungsstufen hilft dabei, gezielt statt nach dem Gießkannenprinzip zu reagieren.