Eine negative Bewertung wird schnell als Problem des Employer Brandings verstanden. Die naheliegende Reaktion lautet dann, das Unternehmensprofil zu optimieren, weitere positive Bewertungen zu sammeln oder eine Stellungnahme zu veröffentlichen.
Doch diese Maßnahmen greifen zu kurz, wenn die eigentliche Ursache innerhalb der Organisation liegt.
Wiederholen sich beispielsweise Kritikpunkte zu fehlender Wertschätzung, unklaren Zuständigkeiten oder mangelnder Kommunikation, können dahinter strukturelle Probleme stehen. Vielleicht sind Führungsverantwortlichkeiten nicht eindeutig geregelt. Vielleicht fehlen verbindliche Mitarbeitergespräche. Vielleicht existieren zwar Entwicklungsversprechen, aber keine klaren Prozesse, um Mitarbeitende tatsächlich weiterzuentwickeln.
Eine Analyse von 3,44 Millionen kununu-Bewertungen aus dem Jahr 2025 zeigte zudem, dass 90,3 % der untersuchten Arbeitgeber ihre Bewertungen vollständig unbeantwortet ließen. Bei 79,8 % aller ausgewerteten Bewertungen blieb eine Reaktion des Unternehmens aus. Die Untersuchung wurde von der Beratung Employer Telling veröffentlicht. Quelle: Presseportal, 6. März 2025
Damit verschenken viele Unternehmen die Möglichkeit, öffentlich zu zeigen, dass sie Rückmeldungen ernst nehmen und sich mit Kritik auseinandersetzen.
Für den Mittelstand ist das besonders relevant. Wer nicht mit der Bekanntheit und den Ressourcen großer Konzerne konkurrieren kann, muss als Arbeitgeber umso glaubwürdiger auftreten. Eine überzeugende Arbeitgebermarke entsteht nicht durch möglichst viele Versprechen, sondern durch nachvollziehbare Erfahrungen.